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Ruhebänke / Anlagen - Am Borstein - Übersicht

Am Borstein
Das KdF - Wanderheim "Borstein"
Enteignet und abgebrannt. Turbulent verlief die Geschichte des Wormser Naturfreundehauses
auf dem Borstein von 1933 bis 1947. Doch allen widrigen Umständen zum Trotz schaffte es der Verein, sein beliebtes Wanderziel wieder aufzubauen und zu erhalten.

Die 1920 in Worms gegründeten Naturfreunde legten schon 1923 den Grundstein für das „Kleine Haus“. In Eigenhilfe, vorwiegend an den arbeitsfreien Wochenenden, erstellten die Mitglieder zwei Schlafräume mit 32 Betten, einen Aufenthaltsraum und eine Küche. 1927 wurde es eingeweiht und schon vier Jahre später um das „Große Haus“ ergänzt.

In der Zeit der Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash in den USA lag auch in Deutschland fast die gesamte Baubranche lahm. In ihrer aufgezwungenen „Freizeit“ bauten die Arbeiter in Reichenbach gleich drei Vereinshäuser:

das SSV-Heim im Brunnenstubenweg,
die TSV-Turnhalle im Brandauer Klinger und
das Naturfreundehaus auf dem Borstein.

An der Einweihungsfeier nahmen rund 3.000 Besucher teil, vorwiegend Wandergruppen aus Worms und seinen Vororten. Das „stattliche Gebäude“, das auf „einem der schönsten Plätze
der ganzen Umgebung steht“ (BA-Berichterstattung), enthielt Schlafsäle mit 200 Betten sowie Aufenthalts- und Küchenräume. Es wurde das ganze Jahr über von den Mitgliedern genutzt.
In den Sommerferien diente es als Erholungsort für größere Kindergruppen.
siehe hierzu auch:
Vereinsheimbauten
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Als die Nationalsozialisten 1933 ihren Willkürstaat errichteten, wurden alle missliebigen Vereine und Organisationen verboten, ihr Vereinsvermögen beschlagnahmt, das Naturfreundehaus in ein „FAD-Lager Borstein“ (Freier Arbeitsdienst) umgewandelt. Schon der Himmelfahrtstag 1933 „gestaltete sich für die Leute des Arbeitsdienstlagers Borstein zu einem frohen Festtag. Am frühen Morgen erschien der hiesige Posaunenchor und erfreute die Grauen durch den Vortrag von Chorälen, Volksliedern und Märschen. Nachmittags brachten Mitglieder der NS-Frauenschaft Kaffee und Kuchen und sangen Heimat- und Volkslieder. An der Theodor-Körner-Eiche wurde Abschied genommen“.
Die Insassen des „FAD-Lagers Borstein“ nahmen fortan an zahlreichen öffentlichen Veran- staltungen und Aufmärschen im Dorf teil, so an der Sonnwendfeier im Juni 1933. Damals marschierten „im Scheine der Pechfackeln“ alle nationalsozialistischen Formationen, „eine
Gruppe des FAD-Lagers“, die Schüler von der sechsten Schulklasse an aufwärts, Lehrerschaft
und Mitglieder der einzelnen Vereine zum Hohenstein. Dort war es nach der damals üblichen euphorischen Berichterstattung „ein erhebender Anblick, als sich am Schluss der Ansprachen
die Hände der Jugend zum Himmel reckten“.

Schon wenige Jahre später wurde das Lager des „Freien Arbeitsdienstes“ in ein Wanderheim der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ umgewandelt. Der Darmstädter Verlag Gerling fertigte Postkarten von dem mitten in der Natur gelegenen Haus. 1938 sollte es vergrößert werden. Architekt Karl Krichbaum hatte schon die Pläne gezeichnet, doch der Krieg bremste das Vorhaben.
Nach dem schnellen Ende des „tausendjährigen Reiches“ erhielten die Naturfreunde ihr Vermögen wieder zurück. Doch das „große Haus“ am Borstein brannte 1947, wohl durch Brandstiftung, bis auf die Grundmauern nieder. Die Zahl der Verdächtigen unter den Altnazis war groß, doch aufgedeckt wurde die schändliche Tat nie.
Die Naturfreunde Worms hakten aber die Vergangenheit schnell ab und weihten schon 1958 ihr neues „Kleines Haus“ ein. Mit dem Zukauf weiterer Grundstücke auf insgesamt 15.000 Quadratmeter wurde 1961 das neue „Große Haus“ angegangen und am 16. Juni 1963 eingeweiht. Der Verein bejubelte damals die Wandlung eines „primitiven Wanderheims zum Kulturheim“. Seitdem wird das Haus von Pächtern bewirtschaftet und diente schon vielen Wanderern als Rast- oder Schlafstätte.

Foto:
Das „KdF-Wanderheim“ auf dem Borstein nach einer Postkarte aus dem Jahre 1941
Verlag Gerling / Ingrid Brehm / Fotoarchiv VVR

Text:
Heinz Eichhorn - 01.2009
siehe hierzu auch:
Theodor Körner Eiche
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